Sprachspielerei

Die Sprache ist die Kleidung der Gedanken – S. Johnson

Streuselschnecke 02/05/2011

Filed under: Kurzgeschichte als Fotostory — theresacurck @ 17:15
 

Ein Angebot mit Folgen

Filed under: Allgemein — henningsp @ 14:45

Rrrring, rrrring, rrrring…

Ein Telfon klingelte.

Rrrring, rrrring, rrrring…

Es klingelte immer noch.

Rrrring, rrrring, jetzt hörte es auf.

Ein alter Mann, dem das Telefon gehörte konnte nicht schnell genug abheben, da seine Beine einfach zu schwach waren um ihn schnell genug vorwärts zu bringen. Er stand ein paar Meter vom Telefon entfernt und merkte, dass Frust in ihm aufkam. Wie gerne würde er noch jung sein und gut laufen können, wie gerne würde er auf die Schmerzmittel und Betablocker verzichten, welche er jeden Tag nehmen musste, wie gerne hätte er noch seine Ehefrau. Wie gerne hätte er vieles in seinem Leben anders gemacht.

Der Mann setzte sich hin um kurz durchzuschnaufen, er war alleine, wie jeden Tag. Er überlegte, wer ihn wohl angerufen haben könnte, er kannte doch niemanden. Warum hat er eigentlich das Telefon grübelte er. Der alte Mann dachte an seine Jugend zurück und an die Jahre vor dem Tod seiner Frau. Der Mann hatte nichts mehr in seinem Leben, er war alleine ohne jegliche Leute, mit denen er etwas Zeit verbringen konnte und ohne Lust noch etwas in seinem Leben zu sehen oder zu unternehmen.

Rrrring, rrrring, rrrring…

Das Telfon klingelte wieder.

Rrrring, rrrring, rrrring…

Es klingelte immernoch.

Rrrring, rrrring, diesmal schaffte es der alte Herr ans Telefon und fragte interessiert, wer am anderen Ende sei. „Hier ist das Bestattungsinstitut Herrmann & Co. GmbH, ich habe ein spezielles Angebot für Sie!“ Der Mann erschrak, war aber doch neugierig, was für ein „Spezielles Angebot“ die Dame am Telefon ihm zu machen hätte, darum lies er sie fortfahren. „Nach meinen Informationen sind sie am 26.01.1927 geboren, stimmt das?“

Der alte Mann fand diese Frage unverfroren, doch er beherrschte sich und bejate brummig. „Sehr schön“ antwortete die Frau. „Dann mache ich weiter, Sie haben sich noch nicht damit beschäftigt, was nach Ihren Lebzeiten ist nehme ich an. Ich biete Ihnen an, dass sich die Firma Herrmann & Co. GmbH um alles kümmert, sie müssen mir nur Ihre Daten zuschicken und der Rest wird von uns erledigt!“ Der Mann wusste nicht was er sagen sollte, war er wirklich schon so alt? Er entschied sich nach einer Denkpause für das Angebot, was sollte er schon machen, es sollte wohl so sein, seine Zeit würde wohl bald vorbei sein.

„Vielen Dank, dass Sie sich für unser Angebot entschieden haben, jetzt müssen Sie uns nur noch Ihre Daten zusendet und alles ist gebongt.“ Ein leises „Gut“ erwiderte der Mann und legte auf, er ging zum nächsten Briefkasten und warf den Brief mit seinen gesammelten Daten ein. Am Abend saß der alte Mann am Küchentisch und überlegte.

„Was wäre, wenn meine Zeit nun vorbei wäre, wen würde es interessieren?“

Einige Stunden lang saß der Mann einfach nur da und dachte nach, plötzlich stand er auf und ging zu seinem Medikamentenschrank, er holte eine volle Packung Schlafmittel raus, zerrieb eine Palette der Tabletten zu Pulver und tat es in ein Glas. Der Mann, der guten Whiskey schätzte holte seine beste Flasche aus einer alten Vitrine und schüttete etwas auf das Pulver. Er sah das Glas eine Weile an, dann nahm er es und trank das Glas bis auf den letzten Tropfen aus…

HenningSP

 

Keine Minute 30/04/2011

Filed under: Eigene Kurzgeschichten — saflore222 @ 10:00

Das langsam schwindende Rauschen verriet mir, das ich zu spät war. Es war still, nur meine Schritte hallten durch den verlassenen U-Bahn Tunnel. Ich schaute zu dem Zerrbild der Anzeigetafel: Noch vier Minuten.

Ein älterer Mann kam auf den Bahnsteig, gefolgt von zwei Teenagern. Sie schubsten den Mann in eine dunkle Ecke. Ich hörte nichts außer das Geräusch dumpfer Schläge.Der Mann fing leise an zu wimmern. Noch drei Minuten.

Was soll ich tun? was könnte ich auch   ausrichten?  Noch zwei Minuten.

Der Mann wird sterben. Wieso kommt nur niemand? Warum ist es so schwer, mich von der Stelle zu rühren? Ich kann es nicht. Verdammt, wo ist die Bahn! Noch eine Minute.

„HEEH!“ Ein Polizist kam die Treppe herunter gerannt. Im selben Moment rauschte die Bahn herein. Ohne mich umzudrehen, zerrte ich die Tür auf und zwängte mich durch die drängelnden Menschen hinein.

Die Bahn nahm ruckelnd an Fahrt zu und ich schaute aus dem Fenster in die verschluckende Dunkelheit. Dem Mann geht es gut. Der Polizist ist jetzt da. Ich sah mein Spiegelbild in der Scheibe. Dem Mann geht es gut. Ich war schweißgebadet. Ihm geht es gut.

Jahre später passiert es. Schnell. Ich schloss meine Augen. Diesmal kam kein Polizist.

saflore222

 

Fotostory zu Traum vom Zauberwort 19/04/2011

Filed under: Kurzgeschichte als Fotostory,Kurzgeschichten — Blogleserfreund @ 12:17

Von Annika, Felix R., Andrè

 

Fotostory zu „Streuselschnecke“

Filed under: Allgemein — la1997 @ 12:17

Von Katharina, Lavinia, Kira und Paulina

 

Leben nach dem Tod

Filed under: Eigene Kurzgeschichten — minzaemily @ 12:17

Leben nach dem Tod

Alles um mich herum war dunkel, nur der Mond schien hinter dem Fernsehturm vorbei.

In den Straßen von Kreuzberg war es sonderbar still, nur ab und zu fuhr ein Auto

an mir vorbei oder ich hörte die Ratten im Kanal herumrennen und an den Röhren scharen..

Eigentlich sollte ich um diese Uhrzeit gar nicht mehr draußen sein,

doch mich zog es raus, ich musste an die Luft.

Nach ein paar Minuten gehen fühlte ich mich verfolgtm, drehte mich herum

und sah in die weit auf gerissenen grünen Augen eines Jungen.

~ ~ ~

Ich rannte und rannte, wollte einfach nur weg,

Mal wieder stritten sich meine Eltern

es hatte alles keinen Sinn mehr.

Ich wollte nur noch an einen anderen Ort der mich von

dem ganzen Streit und Hass vergessen lies .

Doch ein Ort wo kein Hass und Streit existierte fiel mir nicht ein nur das Leben nach dem Tod.

Ja das Paradies das war der Ort wo ich hin wollte.

Schon seit längerem spiele ich mit diesem Gedanken mich einfach

fallen zu lassen um in dem Paradies aufzuwachen

und ich rannte weiter suchte einen Ort zu springen.

Ich war so vertieft in meine Gedanken dass ich das Mädchen am Anfang nicht sah erst als sie sich umdrehte und wir fast gegeneinander stießen fiel sie mir auf.

~ ~ ~

Ahhh“

schrie ich laut vor lauter Schreck.

Was machst du hier draußen, du hast mich zu Tode erschreckt! Was soll denn das!“

rief ich genervt, als ich plötzlich sah das er nicht älter als 17 sein konnte-

also ungefähr so alt wie ich.

Das Gleiche kann ich dich fragen, bestimmt hast du kein Grund“

sagte er mit einem leichten Zittern in der Stimme

Ähm ja ich wollte nun mal raus frische Luft schnappen „

antwortete ich und kam mir ein bisschen dumm vor denn was macht man

nachts auf der Straße jedenfalls nicht frische Luft schnappen.

~ ~ ~

Das Mädchen kam mir nach ihrem hysterischen Anfall eigentlich ganz nett

vor, sie lenkte mich ein wenig von meinem Plan ab.

Und du was machst du hier draußen?“ fragte sie mich.

Flüchten“ sagte ich.

Wo vor“ fragte das Mädchen mich mir leiser stimme

Vor dem ganzen Scheiß hier“ sagte ich zu hier

erzähl was ist passiert“? Und augenblicklich fühlte ich mich geborgen und glücklich.

Wir schlenderten zusammen ein wenig in der Gegend herum und ich erzählte ihr

die ganze Geschichte und von meinem Plan mich umzubringen.

~ ~ ~

Es schockierte mich, daß dieser nette Junge sich umbringen wollte

und ich sagte ihm :

ich weiß, dasß man manchmal denkt das das Leben gegen einen ist,

doch das Blatt kann sich jeder Zeit wenden und du findest deinen

Lebensmut wieder “.

Vielleicht bist du mein Engel“ sagte er und sah mir dabei tief in die Augen und grinste ein wenig.

Ende

 

Die Post

Filed under: Allgemein — quadratcarlos @ 12:08


Ein Mann wartet nun schon mehrere Tage auf Post, vor allem auf seine Tageszeitung. Der Postbote schleicht immer wortlos an ihm vorbei, ohne auf seine nachfragen zu reagieren. So als würde er gar nicht existieren. der Mann vermutet, dass der Postbote ihm etwas verheimlicht er beschließt ihn zu beobachten und geht ihm nach.

Der Postbote trägt weitere Briefe aus und geht dann die Straße hinunter bis zu einem kleinen Waldstück. Dort hebt er ein paar zweige an und wirft etwas darunter. Der Mann wartet ab, bis der Postbote verschwunden ist und geht dann zu der Stelle. Als er die Zweige anhebt, entdeckt er darunter ein kleines Loch, in der mehrere Briefe liege. Obenauf aber eine Zeitung mit seinem Adressaufkleber. Wütend schlägt er die Zeitung auf und sieht da… seine Todesanzeige…